Trennungsangst bei Hunden

Hunde sind Rudeltiere und fühlen sich am Wohlsten, wenn Sie das Rudel stetig um sich haben. Eine Familie ist für den Hund also auch wie ein Rudel, in welches er sich einordnet und in dem versucht, seinen Platz zu finden. Die Vierbeiner orientieren sich vor allem an dem Rudelführer und fühlen sich in seiner Nähe stets sicher. Leider können wir den Hund nicht jeden Tag 24/7 aufgrund verschiedener Faktoren wie zum Beispiel Arbeit, Einkaufen oder die Fahrt in den Urlaub ohne Hund um uns haben. Bei vielen Hunden führen bereits wenige Minuten/Stunden dazu, dass sie Trennungsangst oder sogar Panik bekommen. Wir möchten euch im Folgenden näherbringen, was ihr in solchen Fällen tun oder wie ihr eine derartige Situation von Beginn an vermeiden könnt.

Wie entsteht Trennungsangst bei Hunden?

Wie wir euch bereits erzählt haben sind Hunde Rudeltiere und keine Einzelgänger. Durch diese starke Bindung zu ihrem Rudel entsteht bei Hunden ähnlich wie bei uns Menschen Trennungs- und Verlustangst. Ein weiterer möglicher Grund für Trennungsangst kann auch die Vorgeschichte eines Hundes sein. Ein Hund beispielsweise aus dem Tierheim, welcher in der Vergangenheit vielleicht schon einmal von einem Besitzer zurückgelassen wurde oder sogar den Verlust dieser Person ertragen musste, ist besonders gefährdet. Zudem können die Ängste auch bereits kurz nach der Geburt unserer Vierbeiner entstehen, wenn sie zum Beispiel zu früh von der Mutter und Familie getrennt wurden.

Wichtig: Auch die richtige Erziehung spielt eine große Rolle

 

Wie macht sich die Trennungsangst bei Hunden bemerkbar?

Hunde drücken ihre Angst bzw. Unzufriedenheit in unterschiedlichen Verhaltensweisen aus.

Hier haben wir für euch einige Beispiele:

  • Bellen
  • Fiepen/Winseln
  • Zerstören von Gegenständen
  • Urinieren oder sogar Koten
  • Appetitlosigkeit

Unser Verhalten spielt bei der Trennungsangst ebenfalls eine große Rolle. Wir dürfen unserem Vierbeiner beim Verlassen des Hauses nicht das Gefühl vermitteln, dass die kurze Trennung etwas Negatives ist. Mit vielen Streicheleinheiten z.B. verstärken wir dieses Gefühl der Angst und machen den Hund unnötig nervös. Eine wichtige Bedeutung kommt auch der Rangordnung im Rudel zu. Wenn der Hund nicht dich, sondern sich selbst als Rudelführer ansieht, versucht er mit Knurren und Blockieren der Tür euren Weggang zu verhindern. In einem solchen Szenario liegt jedoch der Fehler in der Erziehung, da der Hund niemals der Rudelführer sein darf.  

 

Trennungsangst behandeln oder vorbeugen

Ist die Trennungsangst erstmal aufgetreten, ist es wichtig, sofort zu reagieren. Der erste Schritt zur Behandlung dieser Angst ist, euren Liebling nach und nach an das Alleinsein zu gewöhnen. Beginnen kann man damit, das Selbstvertrauen des Hundes wieder zu stärken und ihm einen strukturierten Tagesablauf zu bieten. Kurze Befehle wie leise oder ruhig immer wieder verwenden, um den Hund zu beruhigen. Bevor ihr das Haus verlasst, ist es ratsam, den Hund abzulenken bzw. zu beschäftigen, so dass er ausgepowert ist und erst einmal Ruhe benötigt. Natürlich gibt es auch bei Hunden schwerwiegende Fälle, bei denen nur noch ein Hundetrainer helfen kann.

Damit die Trennungsangst gar nicht erst auftritt, ist es enorm wichtig, den Hund von Beginn an an das Alleinsein zu gewöhnen. Außerdem achtet bitte wie bereits erwähnt darauf, dem Hund eine sichere und stabile Umgebung zu bieten. Mit einfachen Tricks wie z.B. immer wieder den Raum verlassen, die Jacke und Schuhe anziehen, den Hund beim Verlassen eines Raumes nicht ständig beachten oder ihn beschäftigen. Viele der Ratschläge sind jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nur dann erfolgreich, wenn sie bereits im Welpenalter durchgeführt werden.