Ein neuer Partner für deinen Hoppel

Jeder Kaninchenliebhaber weiß, dass Kaninchen keine Einzelgänger sind und mindestens einen Partner brauchen, um ein artgerechtes Kaninchenleben zu führen. Was du bei dem Vergesellschaften von Kaninchen nach beispielsweise einem Todesfall beachten musst, kannst du hier lesen.

Warum Kaninchen nicht alleine sein wollen

Kaninchen sind soziale Tiere und keine Einzelgänger. Sie leben auch in der Natur in großen Gruppen. Sie brauchen den Schutz ihrer Gefährten. Wenn du dein Kaninchen alleine hältst, ist das nicht artgerecht.

Kann auch ein anderes Tier Gesellschaft leisten?

Es ist ein unerschütterlicher Irrglaube, dass Kaninchen und Meerschweinchen sich gegenseitig Gesellschaft leisten und zusammen eine zufriedene Gruppe bilden können. Kaninchen und Meerschweinchen können zwar in einem Gehege mit ausreichend Platz zusammengehalten werden, aber sie leben dann trotzdem höchstens in friedvoller Koexistenz. Sie sind gänzlich unterschiedliche Tiere, die komplett verschiedene Körpersprachen haben. Auch ihr Sozialverhalten unterscheidet sich. Aufgrund dieser Tatsachen können sie nicht richtig miteinander kommunizieren und sich nicht verstehen. Auch andere Nagetiere kommen für eine Vergesellschaftung nicht in Frage. Kaninchen brauchen Kaninchen!

Was musst du beim Zusammenführen beachten?

Beim Vergesellschaften von Kaninchen ist Fingerspitzengefühl angesagt. Du solltest nichts überstürzen und dich gut vorbereiten, ganz egal ob du zwei einzelne Tiere zusammenführen oder ein einzelnes Tier in eine Gruppe integrieren möchtest.

Als erstes Gesundheitscheck

Bevor du ein neues Tier zu deinen Kaninchen bringst, solltest du sicher gehen, dass es gesund ist. Das kann ein Tierarzt für dich prüfen. Auch sollte dein neues Tier geimpft und kastriert sein, wenn du nicht mit ihm züchten möchtest. Frisch kastrierte Kaninchen dürfen erst nach 6 Wochen vergesellschaftet werden. Je nachdem, woher du das Tier bekommen hast, kann auch ein Test auf Parasiten ratsam sein.

Nicht einfach zusammensetzen!

Niemals den Neuankömmling einfach ins Gehege setzen. Der Revierinhaber wird sein Revier verteidigen und den Neuling angreifen. Der erste Kontakt der Tiere sollte immer auf neutralem Boden stattfinden. So kann dein vorhandenes Kaninchen weder seinen Heimvorteil ausspielen noch seine Revieransprüche verteidigen.

Vergesellschaftungsgehege

Für den ersten Kontakt solltest du deinen Tieren ein neutrales Gehege aufbauen. Wichtig ist, dass du ihnen genug Platz zur Verfügung stellst. Man sagt grob, je Tier etwa 2 qm Platz. Je mehr Platz du deinen Kaninchen beim Kennenlernen gibst, desto stressfreier wird es. Auch solltest du mehrere Futternäpfe mit genug Futter bereitstellen. Durch das Mümmeln von Heu bauen Kaninchen Stress ab. Auch solltest du mehrere Rückzugshäuser mit zwei Ausgängen aufbauen. Falls du nicht in einem Freigehege vergesellschaften kannst, solltest du auch mehrere Toiletten platzieren.

Geruch

Vor dem ersten Zusammensetzen sollten deine Tiere sich nicht sehen und nicht riechen können. Kaninchen leben in festen Rangordnungen, die sie auch schnell festlegen wollen. Wenn deine Tiere sich also schon vor dem ersten Kontakt riechen, sie aber keine Rangordnung festlegen können, kann das zu Frustration und Aggressionen führen.

Die erste Begegnung

Du solltest versuchen, deine Kaninchen möglichst zeitgleich in das neutrale Gehege zu setzen. Jetzt heißt es Nerven bewahren. Der erste Kontakt zwischen deinen Kaninchen kann vorsichtig und freundlich sein. Er kann aber durchaus auch etwas rabiater sein. Fellflug, zwicken, jagen, auch gegenseitiges Berammeln ist bei einer Vergesellschaftung völlig normal. Auf diese Weise legen Kaninchen ihre Rangordnung fest. Es kann auch zu kleinen Bisswunden kommen. Als Beisitzer musst du die Ruhe bewahren und darfst deine Tiere nicht trennen. Eine Trennung ist erst notwendig, wenn sich deine Tiere heftig attackieren und es dadurch zu stark blutenden Wunden kommt. Oder wenn sie sich heftig verbeißen und sich nicht mehr loslassen. Darum ist es wichtig, dass du deinen Tieren genug Platz gibst und während der ersten Zeit des Zusammensetzens anwesend bleibst und das Geschehen überwachst.

Jagd und Ruhephasen

Wenn deine Kaninchen genug Platz in ihrem neutralen Gehege haben, wird es normalerweise nicht zu blutigen Auseinandersetzungen kommen. Sie werden sich immer wieder jagen und dann in Ruhephasen übergehen. In diesen Phasen werden sie fressen und sich erholen. Über die Tage wirst du sehen, dass das Jagen abnimmt und sie sich immer öfter freundlich annähern. Gute Zeichen sind, wenn die Kaninchen nebeneinander liegen oder aus einem Napf fressen. Du kannst deine Vergesellschaftung als Erfolg ansehen, wenn die Tiere stressfrei miteinander umgehen und das Ganze auch über einen Tag lang so anhält.

In den alten Stall

Wenn du alle deine Tiere dann in den vorgesehenen Stall zurücksetzt, kann es aufgrund der Revieransprüche deines älteren Kaninchens nochmal zu Reibereien kommen. Diese sind aber in der Regel schnell verflogen.

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